Kindergarten Südafrika

 

Mit der Arbeit in Kindergärten in Südafrika ist unsere Gemeinde seit einigen Jahren verbunden. Besonders durch die Erzieherin Ilse Marie Hiestermann haben wir von der Arbeit mit Kindern erfahren, die als AIDS Waisen keinen Rückhalt in ihrer eigenen Familie haben.

Frau Hiestermann gehört zur Communität Koinonia und lebte über 25 Jahren in Südafrika. In dieser Zeit hat sie mit einheimischen Fachkräften drei Kindergärten aufgebaut. Wir unterstützen die Kinder durch Spenden, die wir besonders in unseren Passionsandachten und in Gottesdiensten sammeln.
Den südafrikanischen Verein Tshibogang unterstützen wir über den Förderkreis für Mission und Gemeinschaft e.V.:

Konto No. 555 905 41
Sparkasse Celle
BLZ 257 500 01
Stichwort: Kindergarten
 
Ilse Marie Hiestermann eröffnet neuen Kindergarten in Südafrika
Kinder sind oft die ersten, die die Auswirkung sozialer Not zu spüren bekommen. Das zeigt sich auch in Südafrika, wo die Folge von rasantem Anstieg der AIDS Toten auf den Straßen zu sehen ist: Kinder, die ohne Eltern und pädagogische Leitung ihr Leben meistern müssen. Auf diese Not hat der Tshibogang Verein reagiert, der Ilse Marie Hiestermann als erfahrene Kindergartenleiterin für den Aufbau eines neuen Kindergartens angestellt hat. Auch Spenden aus unserer Gemeinde helfen, dass diese diakonische Arbeit des christlichen Vereins weiterhin gelingen kann.
 
AIDS Waisen Kindergarten


 
Post aus Südafrika (Mafikeng 1.12.2012)
 
Liebe SpenderINNEN,
liebe Freunde/INNEN,
liebe Geschwister,

heute ist der 1. Dezember, World AIDS Day, den wir in Mafikeng in besonderer Weise gefeiert haben. Tsibogang ist 10 Jahre alt geworden, und das haben wir gebührend gefeiert. Es waren ehemalige Mitglieder eingeladen worden, alle jetzigen Mitglieder, die Partnerkirchen, aus denen unsere Mitglieder kommen. Der Tag fing gut an, mit einem herrlichen Nieselregen, auf den wir seit September gewartet haben und für den viele von Euch/Ihnen auch gebetet haben. Das war ein besonderer Segen Gottes, und als wir dann gegen drei mit unserer Feier aufhörten und essen wollten, gab es noch mal einen schönen Schauer, einige ließen es sich nicht mehr nehmen, richtig nass zu werden; seit Wochen hatten wir eine z.T. unerträgliche Hitze.
 
In mehreren Slideshows ließen wir die zehn Jahre an uns vorbeiziehen. So viele Menschen sind in diesen Jahren mit uns mitgegangen, viele Workshops, viele Begegnungen, viel Leid und viel Freude haben wir miteinander geteilt. Eine stattliche Zahl von diesen Menschen sind immer noch dabei und erzählten, wie sich ihr Leben durch Tsibogang verändert hat. Eine davon war Puny Pule, die 2002 bei dem ersten Workshop für home based care dabei war. Sie wusste damals schon, dass sie HIV positiv war und ahnte – sie war 18 Jahre alt, als sie getestet wurde – dass sie nur überleben würde mit einer positiven Einstellung zu der Krankheit. Als sie das verstanden hatte, ging sie gleich zum Fernsehen und machte einen öffentlichen Auftritt mit „Bekenntnis“, sie sei HIV positiv. Ihr Freund hörte von ihrem Status durch diesen Fernsehauftritt!! Puny und Gunstan leben seit über zehn Jahren mit dem Virus und nehmen noch keine Medikamente.
 
Von da an ging ihr Weg weiter durch viele Tiefen und Höhen – sie sind seit vier Jahren verheiratet, haben sogar einen Sohn, der HIV negativ ist. Wie lässt sich das erklären? Nur, wer eine bejahende Einstellung zu sich, zu seinem Leben, zu seinem Körper behält, kann mit dieser Krankheit leben. Puny bedankte sich beim Management von Tsibogang dafür, dass sie die Idee der Selbsthilfegruppe unterstützt haben. Sie bedankte sich auch bei den SpenderNNEN, die unsere Arbeit in Tsibogang die zehn Jahre ermöglicht haben, und nicht zuletzt forderte sie uns auf, Gott zu danken und zitierte Psalm 103: „Lobe den Herrn meine Seele und vergiss nicht, was er dir Gutes getan hat.“ So war unsere Feier bestimmt von Lob und Dankbarkeit für all das, was wir an Wundern in diesen Jahren gesehen haben. Das größte Wunder in unserer Zeit ist doch wohl, dass ein Mensch sein Leben zum Besseren verändert. Das haben wir an dem heutigen Tag sehen können.
Wir wollen Euch/Sie daran auch teilhaben lassen. Durch Eure/Ihre Gebete, großzügigen Spenden für Tsibogang war das alles möglich geworden.
 
Der Tag war auch bestimmt von Abschied: Ille Hiestermann wurde gedankt für ihre Arbeit in Godisang, im Kindergarten, den sie seit 2007 geleitet hat. Ille wird in drei Tagen ihre Mission in Südafrika beenden und nach 28 Jahren in Südafrika nach Deutschland zurückgehen. Dieser Einschnitt, fast drei Jahrzehnte, ist spürbar für uns in der Kommunität, für die Kinder in Magogoe, ihre Kolleginnen, die Eltern der Kinder. Wir sind froh, dass die zwei Kolleginnen von Ille dort weitermachen werden und bitten Euch/Sie herzlich, auch in den nächsten Jahren die Arbeit in unseren zwei Kindergärten zu unterstützen.Die Kinder sind die Zukunft unseres Landes, aller Einsatz für ihre gute Erziehung und Prägung helfen zu einem besseren Südafrika.
 
Bei der Verabschiedung von Ille in ihrem Kindergarten am 23. November erzählte eine Mutter: Meine Tochter hat mir des Öfteren zu Hause gesagt: „Nein, so machen wir das im Kindergarten nicht, lass es uns lieber so machen, wie Mmegomogolo (Ille Hiestermann) es uns beigebracht hat.“ Die Mutter war so beeindruckt von der Standhaftigkeit ihrer Tochter, dass sie zugestimmt hat, die Regeln zu Hause anzupassen.
 
Nun wünschen wir Euch/Ihnen eine gesegnete Advents- und Weihnachtszeit. Noch einmal ein herzliches Dankeschön an Sie/Euch alle für alle Unterstützung und treue Begleitung in diesem Jahr. Wir brauchen sie dringend auch im kommenden Jahr.
 
In herzlicher Verbundenheit und Gottes Liebe befohlen
 
Christel & Wolfgang Hermann