Wandertour 2012

 

Wandertour 2012: „Eine nette Truppe“

Nachdem unsere selbst geplante Wanderwoche bei Mittenwald aus organisatorischen Gründen ausgefallen war, schlug die beste Ehefrau von allen vor, ich solle als Ausgleich doch mal bei der „Kirchenwandergruppe“ ins Allgäu mitfahren. Mit diesem Gedanken freundete ich mich bald an, informierte mich bei deren „erfahrenen alten Hasen“ über den Ablauf und meldete mich schließlich im entsprechenden Zeitraum in der Unterkunft „Allgäu-Weite“ an. Was ich in dieser Woche dort erlebte, übertraf meine wohl eher spartanischen Erwartungen bei Weitem.

Eine sehr aufgeschlossene Gruppe netter Menschen nahm mich gleich auf und gab mir sofort das Gefühl, dazuzugehören. Ich kannte vielleicht die Hälfte der Teilnehmer aus Seggebruch, die anderen sind mit den Jahren irgendwie dazugestoßen und kommen aus ganz unterschiedlichen Gegenden in Deutschland.

Der Ablauf war straff organisiert (man ist ja nicht zum Spaß hier): Ab 8 Uhr Frühstück, ca. 9 Uhr Abfahrt zum Wandern, nach Rückkehr bei Bedarf ein wenig Schwimmen im Rottach-Stausee, 18 Uhr Abendbrot, 19 Uhr Andacht und um 20:15 Uhr Zusammenkunft der Gruppe Seggebruch zum gemütlichen Beisammensein und Besprechung der Wanderroute für den nächsten Tag.

Das alles ist jedoch nur ein Angebot. Mann kann sich auch problemlos „ausklinken“ und sein eigenes Programm gestalten. Als neugieriger Neuling habe ich natürlich erst mal alles mitgemacht und ich muss sagen – keinen Tag bereut. Wir waren u.a. im Tannheimer Tal, auf der Salmaser Höhe, sind über eine 200m-lange Seilhängebrücke über das Höhenbachtal gewandert und haben auch an dem einem oder anderen Gipfelkreuz gesessen und unsere Brotzeit verspeist. Der Grünten als Hausberg durfte natürlich auch nicht fehlen.

In dieser Jahreszeit ‒ Anfang Juli ‒ war der Bewuchs geradezu optimal. Alle Wiesen und Wegesränder waren voller Blüten und in sattem Grün, so konnten wir auch diesbezüglich einen herrlichen Anblick genießen. Hinzu kam noch so mancher Ausblick ins weite Tal.

Die Wandertouren waren unterschiedlich schwer zu laufen. Jeder hatte die Möglichkeit, sich selbst zu fordern und die geplante Strecke komplett mitzulaufen, sie abzuändern oder auch nur einen Teilbereich zu gehen. Diese Entscheidungsfreiheit wurde auch gut genutzt, da einige Teilnehmer unserer Wandergruppe schon das eine oder andere gesundheitliche Handicap mit sich trugen. Man traf sich spätestens zum Ende der Strecke auf einer Hütte oder fuhr gemeinsam zu einem anderen netten Ort, um den Kalorienhaushalt je nach Bedarf bei Kaffee und Kuchen wieder auszugleichen. Niemand wurde allein gelassen, wenn sie oder er zurückblieb, noch wurde jemand angespornt, mehr zu leisten, als er imstande war.

Als eher kritischer Mensch scheue ich mich nicht, negative Dinge auch auszusprechen, aber hier war beim besten Willen nichts zu machen – mir hat´s gefallen. Wer also gerne wandert und der Kirche nicht allzu fern ist, dem sei durchaus empfohlen, sich einmal für eine Wanderwoche unserer Kirchengemeinde anzumelden.

Eckhardt Teiwes